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Rheinbach Classics - Ein Sommermärchen
"Musik, Motoren, Petticoats" begeisterten mit Oldtimer-Korso, Rock'n'Roll, Petticoat-Wettbewerb und mehr

RHEINBACH. (kü) Von vielen tausenden verzückten Augenpaaren begleitet rollten am vergangenen Wochenende bei schönstem Sommerwetter rund 540 auf Hochglanz polierte Oldtimer durch die Rheinbacher Innenstadt.
Zigtausende Besucher (Die Organisatoren vom Verein "Rheinbach Classics e.V." sprechen von allein 10.000 zahlenden Besuchern) waren aus der gesamten Region sowie aus ganz Deutschland gekommen, um sich auf eine Zeitreise in die 50er und 60er Jahre zu begeben...
Es war wie die Fortsetzung des deutschen Sommermärchens 2006 bei der Fußball-Weltmeisterschaft: Rheinbach Classics - ein Sommermärchen, mit Oldtimern, Musik und Tausenden von gut gelaunten Besuchern.


"Auf jeden Fall steht fest, dass Petrus ein Oldtimer-Fan ist", war sich Heinz Haubrichs (gemeinsam mit Jens Hoffmeister Vorstand des Vereins "Rheinbach Classics e.V.") sicher, denn nach Wochen mit eher herbstlichen Temperaturen und Dauerregen hielt pünktlich zur zweiten Auflage der Großveranstaltung in der Rheinbacher Innenstadt der Sommer Einzug.
"Wir eröffnen heute nicht nur die 'Rheinbach Classics', sondern auch den Sommer" sagte denn auch Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz zum Auftakt des Großevents am Freitag Abend. Unter dem Motto "Klassik meets Classics" erlebten rund 1.300 Besucher unter einem wolkenlosen Himmel die Open-Air Aufführung der Oper "Nabucco" von Giuseppe Verdi.
Oldtimer-Cheforganisator Wilfried Bode hatte am Samstag noch eine Erklärung für das gute Wetter: "Wir haben in den letzten Tagen so manche Kerze angezündet. Am Himmel sehen Sie, was passiert, wenn Rheinbacher beten." Und dann ging es los für die 80 Oldtimer-Fahrer und ihre Begleiter, die an der Orientierungsfahrt mit Wertungsprüfung teilnahmen. Die Strecke führte durch die gesamte Region Voreifel/Ahr/Euskirchen und wurde von den Teilnehmern besonders wegen ihrer landschaftlichen Schönheit geschätzt.
Leckerbissen für die Zuschauer am Start und Ziel: Oldtimer-Experte Gottfried Bräutigam stellte jedes einzelne Fahrzeug mit seinen Besonderheiten vor. Die Startnummer 1 schon war eine Augenweide: Ein Porsche Speedster Baujahr 1957 mit Fahrer Erwin Sampels und Beifahrerin Renate Sampels. Mit dabei "Kleine" ebenso wie "Große", vom Fulda Mobil NWF 200 mit nur 9,5 PS, der BMW-Isetta oder einigen Fiat Cinquecentos bis hin zu Rolls Royce aus dem Jahr 1931 oder einem Jaguar XK 120 OTS aus dem Jahr 1952. Das älteste Fahrzeug war ein Ford A aus dem Jahr 1928.
Getopt wurde dieser "Methusalem" nur noch von einem "Protos"-Rennwagen der Siemens Schuckert Werke aus dem Jahr 1920, der allerdings nicht an der Rallye, wohl aber mit Sonderversicherung am sonntäglichen Corso teilnahm. Die Strecke durch die einzelnen Ortschaften säumten viele Zuschauer in Volksfeststimmung, die die Fahrzeuge jubelnd und klatschend begrüßten.
So etwa am Festzelt des Junggesellenvereins in Neukirchen, wo ein Kontrollpunkt eingerichtet war. Unter den Zuschauern mit Logenplatz genossen Konrad und Gabriele Hilger aus Irlenbusch die Parade: "Es gefällt uns einfach sehr, sehr gut." Am meisten begeisterten sie sich für einen leuchtend roten Renault 4 CV.


Super Stimmung auch schon am frühen Nachmittag auf und vor der Bühne auf dem Himmeroder Wall. Hier genossen schon am frühen Nachmittag Musik begeisterte Zuhörer den 50er/60er-Jahre-Sound der Bands von der "Red Martin Combo" über die "Bobbin Baboons" und "Mona und die falschen 50er" bis zu den "Hickory Cats" bis Mitternacht - wobei es viele trotz der hochsommerlichen Temperaturen nicht lange auf den Bänken hielt.
Begeistert tanzten sie spontan Rock'n Roll oder Boogie-Woogie. Am Samstagabend zählten die Veranstalter hier 2.500 zahlende Zuschauer, wie Heinz Haubrichs im Veranstaltungsresümee erklärte. Am Sonntag tauchte die gesamte Innenstadt noch tiefer ein in den Flair der 50er und 60er Jahre. Ab 11 Uhr paradierten nicht weniger als 540 Fahrzeuge durch die Straßen und ließen sich anschließend von zigtausenden begeisterten Zuschauern auf den Straßen und Plätzen bewundern.
Der Messerschmidt-Kabinenroller gehörte ebenso dazu wie eine ganze Flotte von "amerikanischen Schlitten" oder Daimler Benz 280 SL Pagode. Auch Exoten wie ein ehemaliges DDR-Armee-Motorroller mit Beiwagen samt zünftig in Pelzmützen und Winteruniform bekleideter Fahrer und Beifahrer waren mit von der Partie.
Nach dem "Autohaus-Kempen-Korso" flanierten die Besucher nicht nur durch die Stadt, um die "Schätzchen" näher in Augenschein zu nehmen. Es zog sie auch von Bühne zu Bühne, wo dank des Engagements von Sponsoren den ganzen Nachmittag über erstklassige Bands den 50er/60er-Sound wieder aufleben ließen.
Auf der Raiffeisen-Bühne am Himmeroder Wall gab es außerdem Vorführungen der Firma Fassbender Tenten, die das Be- und Entladen eines Lkws in den 50er Jahren zeigte, sowie der Rettungshundestaffel Bonn, die die Firma Fressnapf Rheinbach präsentierte.
Beim verkaufsoffenen Sonntag des Gewerbevereins, bei dem sich von 13 Uhr bis 18 Uhr die Geschäfte öffneten, waren besonders Sommerkleidung und sommerliche Kopfbedeckungen gefragt.
Insgesamt aber suchten die Besucher doch eher die schattige Seite der Hauptstraße und der Plätze auf. Insgesamt wertete der Gewerbevereinsvorsitzende Paul Nelles die "Rheinbach Classics" überaus positiv: "Diese Großveranstaltung macht unsere Stadt bei der Bevölkerung zusätzlich unter einem weiteren, neuen Aspekt bekannt, da fließen Synergien."
Großes Interesse zeigten die Besucher auch am Petticoat-Wettbewerb, an dem sich 6 Kinder und 26 Damen jeden Alters beteiligten. Die Jury - Peer Schwetzler vom monte mare Freizeitbad Rheinbach, Ralf Henn von der Henn Hair Company, Walburga Sinnen vom Haus der Schönheit, Jens Hoffmeister vom Vorstand der Rheinbach Classics e.V. sowie die "Miss Petticoat 2006", Janina Ostros, kürten Kartin Müller aus Düsseldorf zur "Miss Petticoat 2007". Auf Platz zwei kam Verena Hübner aus Köln vor Antonia Schneider aus Rheinbach-Sürst.
Auf die Siegerin wartete als Preis eine Flugreise nach Berlin mit TUIfly.com sowie eine Freifahrt im Rundschau-Heißluftballon.
Möglich wurde auch die zweite "Rheinbach Classics" durch den Einsatz von rund 550 Helfern von Vereinen und Einrichtungen, wie die Chef-Organisatoren Heinz Haubrichs und Jens Hoffmeister bei ihrem abendlichen Resümee betonten.